Zu Tode geschützt 

Was die Corona-Maßnahmen im Alltag anrichten.

Oh nein, nicht schon wieder! Ich hab eine Corona-Allergie.

Ich auch, aber darf ich als Autor überhaupt schweigen? Darf ich mich gemütlich auf mein Sofa zurückziehen und warten, dass alles schon irgendwie gut gehen wird?

Ich glaube nicht, denn die Geschichte und gerade die Geschichte der letzten 100 Jahre hat gezeigt, was "Rudelschweigen", "Kadavergehorsam" und "Schwarmintelligenz" bewirkt haben.

Wir Buchplauderer wollen nicht ideologisieren, sondern Geschichten aus dem Alltag schreiben. Natürlich die andere Seite der Wirklichkeit, die Seite, die kaum Beachtung findet. Geschichten, die das Leben schreibt und die es wert sind, beachtet zu werden. Alle nachfolgenden Berichte sind wahrheitsgetreue Wiedergaben von Betroffenenberichten. Dafür verbürge ich mich. Das heißt nicht, dass die Erzähler dieser Geschichten ihre erlebte Wirklichkeit immer korrekt wiedergegeben haben. Doch sie werden so aufgeschrieben, wie diejenigen es erlebt haben. Denn was wirklich geschehen ist, ist das, was in uns Wirklichkeit geworden ist. Die Namen der Betroffenen werden nicht mit aufgeführt, und auch keine Angaben, die Dritte zu den hinter den Pseudonymen stehenden Personen führen könnten. Aber alle Personen sind mir oder den Berichterstattern persönlich bekannt.

Die wichtigsten Geschichten und Begebenheiten werden wir später in Buchform veröffentlichen. Wir laden auch alle diejenigen ein, ihre Geschichten zu schicken, die sich aus beruflichen und sonstigen Gründen nicht öffentlich äußern dürfen oder wollen. Diese Beiträge werden besonders gekennzeichnet.

 

Die 60 jährige Türkin V.C. berichtet.

 

Mir geht es sehr schlecht. Ich kann das Haus fast nicht verlassen. Nur in Begleitung.

Wenn ich die nächsten Untersuchungen hinter mir habe, dann weiß ich mehr. Ich hatte bereits eine Herzkatheteruntersuchung, aber ich soll noch untersucht werden, ob die Adern vielleicht verstopft sind. Alles hätte ich schon hinter mir haben können, aber wegen dieser Corona. Ich war drei Monate überhaupt nicht draußen. Ich hatte so Angst, so Panik, weil mein Onkel vor Corona gestorben ist. Ich hatte so eine Panik, ich habe meine Kinder angerufen und gesagt, geht nicht aus dem Haus. Ihr braucht nicht für mich einkaufen zu gehen. (Normalerweise kommt der Pflegedienst 1,5 Std. in der Woche und erledigt den Haushalt und Einkauf). Der Pflegedienst kam aber auch nicht mehr. Nach drei Tagen haben meine Kinder angerufen. Na, Mama, hast du dich beruhigt?

Der Onkel hatte Corona?

Er hatte sowieso Parkinson. Er war 74. Und dann wurde er eingeliefert, die wussten gar nicht was er hat. Dann wurde Corona diagnostiziert. Und meine Tante war dann alleine zu Hause. Sie war umgekippt. Sie war sechs Stunden ohnmächtig. Die Tochter hat sie so gefunden. Die durfte ja auch nicht kommen. Sie ruft an und ruft an. Aber niemand antwortet. Und dann haben wir gehört, mein Onkel ist im Krankenhaus gestorben. Also, Diagnose war Herzinfarkt. Sie versuchten ihn wieder zu beleben. Gestorben ist er aber wegen Corona.

Wieso an Corona, er hatte doch einen Herzinfarkt?

Sie haben gesagt, es war Corona.

(Ein Einzelfall?)

LK

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