Daniela M Fiebig

MONTAG

Von Daniela M. Fiebig

 

Neun Uhr. Hinterm Haus spielen Kinder, auf der Wiese flattert Wäsche. Ich gehe zur Tanke für mein Brötchen um zehn. Schriftstellerfrühstück. Die Sonne strahlt, die wenigen Menschen sind freundlich. Kein Grölen, Fluchen oder Motorröhren, dafür Zwitschern und Piepen aus der Hecke am Weg. Dorfidylle in der Großstadt. Doch die Idylle täuscht. Heißt es. Im Fernsehen. Im Internet. In allen Medien, auf allen Kanälen. Die Großen jammern, die Wirtschaft sei in Bedrängnis, Sparbücher für schlechte Zeiten hatten sie noch nie. Doch die meisten bleiben gefasst. Wir schaffen das. Ich auch? Das Schreiben gilt als brotlose Kunst; und diese, meine Kunst funktioniert nur mit vollem Einsatz, finanziert sich selbst – sagt sie und stolpert in die Realität. Die Aussichten: Mager waren sie bisher, rosiger schienen sie dieses Jahr. Vorbei, Kultur ist abgesagt. Nur wer leidet wie ein Hund, kann schreiben wie ein Gott, hat schon die Marie* gesagt. Auf, auf!

 

Ihr Roman „Der Wert des Kois“ erscheint am 1. Mai 2020. www.danielamfiebig.de

*Freifrau von Ebner-Eschenbach

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